De Bus vo Wuhan uf Covid

De Bus isch volle Lüüt. Mer cha kei Abstand halte. Und uf em Bode vom Bus, zwüschet es paar dräckige, plattdruckte Atemschutzmaske lyt d Wirtschaft. En Passagier im Aazug und mit Gravatte versuecht, si uufzpäppele. Näbetdraa lismet en Arbetslosi en Socke für ihres Gottemeitli. Si hät wenig Gäld aber vill Zyt. Über d Bildschirm, wo suscht d Haltestelle aagäh wärded, flimmeret e Netflix-Serie: «Emily in Paris». Wiä schön isch das gsy, womer no hät chöne reise!

Das isch de Bus vo Wuhan uf Covid
Keine stygt uus, all fahred mit

Bim Kantonsspital styged es paar Pflägerine ii. Sie lönd sich erschöpft uf en lääre Sitz falle und schlafed sofort ii. Keine beachtet si, keine klatscht meh. Diä Zyte sind längschtens verby. «2474 neu Infizierti», seit de Buschauffeur, «und 53 Tooti. Es bestaht e Maskepflicht.» E jungi Frau hät d Maske am Chini. Si heig kei Luscht, d Maske ufeztue. Keine seit öppis. Isch doch egal, Covid isch sowieso viral.

Das isch de Bus vo Wuhan uf Covid
Keine stygt uus, all fahred mit

En alte Maa luegt us em Fänschter. sini Brüle isch beschlage. Was gseht er ächt? Bim Fridhof wärded es paar Tooti uusglade. Es sind fascht nur Alti. Es wird still im Bus, aber nume churz. En alti Frau brüelet i ihres Stoffnastüechli. Ihres Schluchze wird vo de Wirtschaft übertönt wo am Bode lyt und jetzt luut grochset. Es paar Lüüt drähied ihre besorgt de Chopf zue. «Wohi fahred mer eigetlich?», frögt e Dame de Chauffeur.» Er hebt de Zeigfinger vor sini Atemschutzmaske und zeigt dänn uf e Tafle a de Glasschybe hinder sich: «Bitte während der Fahrt nicht mit dem Chauffeur sprechen».

Das isch de Bus vo Wuhan uf Covid
Keine stygt uus, all fahred mit

«Isch es no wyt?», fröget es Chind sini Mueter sicher scho zum achtevierzgischte Mal. Und si antwortet sicher scho zum achtevierzgischte Mal: «Mir sind bald det.» Jetzt flackeret’s uf em Bildschirm: «Nächster Halt: Impfung». En Junge zuckt mit de Schultere: «Ich lah mich sicher nöd impfe.» «Das isch e Verschwörig!» rüeft en Ma us em Fonds vom Bus. Es paar Lüüt dräied ihri Chöpf und murmled öppis hinder ihrne Atemschutzmaske. Aber dänn isch es wider still bis ufs lyslige Wimmere vo de Wirtschaft.

Das isch de Bus vo Wuhan uf Covid
Keine stygt uus, all fahred mit

De Bus haltet a de Talstation vomene Skigebiet aa. E Gruppe Snowboarder stygt ii: «Skiheil!» rüefeds hinder ihrne dicke Halstüecher füre. D Wirtschaft lupft churz hoffnigsvoll de Chopf. Aber dänn isch wider alles still im Bus. Jede starrt hinder sinere Maske us em Fänschter. Nur hine im Bus gröled no es paar Ängländer, wo während ihrne Skiferie i de Schwyzer Bärge abtaucht sind. Si heigid i ihrem Land zwar höchi Infektionszahle, säged’s, aber defür seig mer mit Impfe scho vill wyter als i de Schwyz. Da wärded’s vom Buschauffeur unterbroche, wo de nächschti Lockdown aachündt: «Bis im Februar blybed näbscht de Restaurant au d Läde mit Ware vo nöd täglichem Bedarf gschlosse». Jetzt wird’s erscht richtig still im Bus – und de Schnee, wo scho sit Stunde fallt, deckt langsam alles zue.

Ref. Das isch de Bus vo Wuhan uf Covid
Keine stygt uus, all fahred mit
All fahred mit
All fahred mit
All fahred mit

2 Gedanken zu “De Bus vo Wuhan uf Covid

  1. Liebe Christine, ich finde Deine Texte umwerfend, jetzt auch noch in Schweizerdeutsch, das würde ich nie wagen!
    Vielen Dank, dass Du mir folgst. Weisst Du, dass wir eine gemeinsame Freundin haben? Barbara. Sie hat mich zum Bloggen ermuntert.
    Herzliche Grüsse, Elisa

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