Kein Quark

Neulich früh an der Bushaltestelle fragte mich eine ältere Dame, ob ich nicht vielleicht 1.80 Franken hätte „für es Quark“. Ich stand gerade am Ticketautomaten und verstand irgendwie gar nicht. Was wollte die Frau von mir? Dass sie Geld für etwas wollte, war mir noch klar. Aber wofür? Was war „es Quark“? Ich war in Gedanken bei Tickets, dem Berner Verkehrsverbund und so früh am Morgen noch nicht auf Berndeutsch eingestellt. „Es Quark“ wiederholte die Frau schon etwa zum dritten Mal und fügte nun hinzu: „I ha no kes Zmorge kha!“ Aha, die Frau brauchte Geld für ihr Frühstück, das aus einem Quark bestand. Ich fand diese Bitte irgendwie originell und daher einer Spende würdig. Und so nahm ich mein Portemonnaie hervor und drückte der Frau einen Zweifränkler in die Hand. Sie bedankte sich höflich. Kaum hatte sie den Zweifränkler eingesteckt, sagte sie: Oh Sie, hetted er mer nid no es Füfi.“ Ich verneinte. Sie hätte jetzt ja schon mehr als 1.80 erhalten, jetzt sei es genug. „Aha, ja so“, das leuchtete der Frau ein. Doch dann merkte sie, dass ich einen Kaugummi im Mund hatte. „Oh Sie, hetted er mer o e Chätschgummi?“ Und so klaubte ich mein Kaugummischächtelchen hervor und hielt der Frau die offene Schachtel hin, lässig wie ein Zigarettenpäckchen. Es waren gleich mehrere Kaugummis nach vorne gerutscht und so fragte die Frau: Oh Sie, chani grad zwöi näh.“ Ich bejahte. 

Endlich kam der Bus. Ich stieg ein und setzte mich auf einen freien Platz; einerseits froh, der Frau entronnen zu sein, andererseits auch amüsiert. Und ich fragte mich, wie weit es zwischen der Frau und mir noch gegangen wäre, wenn der Bus noch nicht gekommen wäre. Was hätte die Frau wohl als Nächstes gewünscht und wo wäre für mich die Schmerzgrenze gewesen? Hätte sie meine Ohrringe gewollt? den Schal, die Handtasche? War die Frau so bedürftig und ich so reich oder war sie einfach nur dreist und ich zu höflich? Und vor allem: Gibt es zwei Quarksorten, von denen die eine 1.80 und die andere 2.05 Franken kostet?  

Das Ganze hat sich übrigens – das ist kein Quark – tatsächlich genau so zugetragen.

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Die Ballade von Frosch Fritz

Jeden Frühling fährt’s Frosch Fritz
in die Beine wie der Blitz.
Amor macht mit seinem Pfeil
die Amphibien alle geil.

Fritz hat eine schöne Stimme,
keiner besser hüpf noch schwimme.
Nur einen Makel hat der Tolle:
steht auf Satin, Plüsch und Wolle.

Alle Damen in dem Teich
wären gerne wollig weich.
Doch der Fritz lässt sich nicht täuschen,
spielt im Wasser nur den Keuschen.

Draussen aber auf der Weide
hat er seine grosse Freude,
macht sich an die Schafe weich,
produziert froh Frosch-Schaf-Laich.

Jeden Frühling hüpfen mehr
woll’ne Frösche kreuz und quer.
Ob sie blöken oder quaken
ist egal…

…Hauptsache, dieses unsägliche Gedicht nimmt endlich ein Ende und ihr könnt mit eurer kostbaren Zeit wieder etwas Sinnvolles tun oder zum Bruttosozialprodukt beitragen. Was soll denn der ganze Quatsch mit diesem perversen Frosch und dem Schaf? Doch ganz im Ernst, was ich eigentlich sagen wollte: Mich freut es riesig, dass ihr meine Texte lest, kommentiert und liket. So macht das Bloggen riesig Spass!

Quanke!