Reisen mit dem Micromort

Gestern kaufte ich mir für die Reise von Bern nach Winterthur den „Spiegel“ und las einen Artikel mit der Überschrift „Urlaub in Angst“. Darin war beschrieben, wie die Touristenströme in der Türkei, Ägypten und Tunesien infolge von Terroranschlägen ausbleiben und die Branche leidet. Dafür verzeichnen die Tourismusgebiete Griechenlands und Spaniens Rekordzahlen. Zwei Dinge fand ich am Artikel besonders interessant: Eine Karte mit den Reisewarnungen und Teilreisewarnungen Deutschlands und der USA. Die Fläche der „gefährlichen“ Gebiete ist bei den Amerikanern etwa doppelt so gross wie bei den Deutschen, und auch für Länder wie die Schweiz, Österreich und Italien gilt für US-Bürger eine temporäre Reisewarnung. Der einzige Ort, vor dem sich die Amerikaner weniger fürchten als die Deutschen ist Fukushima. 

Das zweite, was mich am Artikel faszinierte, war eine für mich neue Masseinheit: der Micromort. Ein Micromort ist die Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million, dass ein Mensch an einem normalen Tag auf unnormale Weise zu Tode kommt. Da fragt es sich natürlich: Was ist normal? Schliesslich ereignen sich heute ja statistisch gesehen die meisten Unfälle nicht bei der Arbeit sondern in der Freizeit, also auch im Urlaub. Es ist mittlerweile normal, dass man im Urlaub wandert, basejumpt, taucht, surft, Wasser- oder Jetski fährt, durch Wildwasser raftet und so weiter. Wenn ein Amerikaner im Berner Oberland einen Basejump macht, ist das heutzutage doch fast so normal wie wenn er im Souk von Marrakech ein Eis schleckt. Laut „Spiegel“ ist die Gefahr, durch einen Terrorakt zu sterben gleich gross, wie von einer Kokosnuss erschlagen zu werden oder „beim Selfie rückwärts über eine Klippe zu stürzen“. Und somit viel geringer, als zum Beispiel auf einem Motorrad zu verunfallen. Wie sieht es nun aber aus, wenn ich auf einem Motorrad in Tunesien unter einer Kokospalme durchfahre und dabei ein Selfie mache? Auf wie viele Micromort komme ich da?

Bei so vielen Gefahren könnte man glatt zum Schluss kommen, dass man besser zu Hause im Bett bleibt statt zu verreisen. Nur zu dumm, dass die meisten Menschen im Bett sterben – statistisch gesehen. 

50 Schreibereien!

Liebe Leserinnen und Leser

Dies ist mein 50. Post! Ich kann es kaum fassen, dass ich schon so viel Text und ebenso viele Illustrationen in den Cyber geschickt habe.

Zeit für einen Blick in die Statistik: Von meinen Beiträgen war „Kinder holen“ mit 67 Aufrufen der Beliebteste, gefolgt von „Ein neues Zeitalter“, „Déformation professionelle“, „Die Krönung“ und „Before I die“. Nur für den Fall, dass Einige von euch einige von diesen Posts noch nicht gelesen haben. Ich selber mag ja den „Frosch Fritz“ ganz gern, „Frühlingsgefühle“ oder die „Kostümfrage“. Das nur so zur Anregung.

Insgesamt wurde schreibereien.com 1’776 Mal aufgerufen. Die 737 Besucherinnen und Besucher kommen zum grössten Teil aus der Schweiz, doch auch in Deutschland wird mein Blog gelesen. Und zwei ganz treue Leserinnen leben in Norwegen (Hei Hanne!) und Kanada (Hi Kyla!), wo sie mit der Lektüre meiner Posts unter anderem ihre Deutschkenntnisse warm halten. Umso wichtiger ist es, dass ich z.B. die Regeln mit dem Apostroph einhalte! Ich möchte mich an diesr Stelle auch offiziell bei meinem australischen Freund Michael entschuldigen, der kein Deutsch spricht und sich mal wundert, was ich denn da so schreibe, mal beschwert, weil meine Schreibereien nicht auf Englisch sind (Sorry, Michael!). Übrigens ist im Juli und August die Zahl der Länder, in denen mein Blog gelesen wird, ferienhalber in die Höhe geschnellt. Ihr seht, vor mir könnt ihr nichts verbergen! Bishher hatte ich fast so viele Kommentare wie Posts. Meine treuste Kommentatorin ist mein Mami (Herzliche Grüsse!).

Ich wünsche euch allen weiterhin eine angenehm-heitere Lektüre und danke herzlich für euer Interesse, eure Kommentare und Likes. So macht Bloggen Spass!